Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff


Modellprojekte starten
Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

Der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, hat seine Zustimmung zur Durchführung von zwei Modellprojekten zur Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs gegeben. Neben körperlichen Einschränkungen berücksichtigt der neue Begriff auch kognitive Einschränkungen, etwa bei Demenz.

Kognitive Einschränkungen werden berücksichtigt

Der Expertenbeirat zur konkreten Ausgestaltung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs hat am 27. Juni 2013 seinen Bericht vorgelegt. Darin ist vorgesehen, das bisherige System der drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade zu ersetzen. Ziel der Maßnahme ist es, dem individuellen Unterstützungsbedarf aller Pflegebedürftigen besser Rechnung zu tragen. Neben körperlichen Einschränkungen sind künftig auch kognitive Einschränkungen für die Pflegestufe relevant, die etwa bei Demenzkranken häufig vorkommen.

Testphase startet

Zwei Modellprojekte testen das neue Begutachtungsverfahren für die Pflegebedürftigkeit nun auf seine Alltagstauglichkeit und Wirkung. Hermann Gröhe gab am 8. April grünes Licht für den Start dieser Erprobungsphase. Zunächst werden Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) geschult. Ab dem Sommer 2014 führen sie in allen Bundesländern insgesamt rund 4000 Begutachtungen durch.

Praktikabilität auf dem Prüfstein

In der ersten Studie geht es um die Praktikabilität des neuen Begutachtungsverfahrens zur Einstufung in die jeweilige Pflegestufe. Bundesweit erfolgen rund 2.000 Begutachtungen in Pflegeeinrichtungen und bei der Pflege zu Hause – nach den alten und neuen Regeln. Ziel ist ein repräsentatives Abbild des Begutachtungsgeschehens zu gewinnen, Fragen zur Umsetzung und zur Akzeptanz bei den Versicherten zu beantworten und aktuelle Erkenntnisse über die Verteilung der Pflegebedürftigen in den neuen Pflegegraden zu erhalten. Der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen) koordiniert die Studie, die von der Hochschule für Gesundheit in Bochum wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird.

Höhe des Versorgungsaufwand bestimmen

Die zweite Studie ermittelt, welchen Versorgungsaufwand die neuen Pflegegrade in stationären Pflegeeinrichtungen auslösen. Die Forscher begutachten ca. 2.000 Pflegebedürftige aus rund 40 Pflegeheimen in verschiedenen Bundesländern. Sie erheben, welcher zeitliche Aufwand mit der Erbringung der konkreten Pflegeleistungen verbunden ist. Die Universität Bremen (Prof. Dr. H. Rothgang) führt die Studie durch.

Ergebnisse für Anfang 2015 erwartet

Die Ergebnisse der Studien sollen Anfang 2015 vorliegen. Auf der Grundlage der Ergebnisse beginnen anschließend die gesetzgeberischen Arbeiten zur Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Der Gesetzgeber will den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff noch in dieser Legislaturperiode einführen.

News

Schützt Lithium vor Demenz?
Schützt Lithium vor Demenz?

Behauptung im Netz

Lithium ist ein starkes Medikament gegen schwere psychische Erkrankungen. Im Netz kursiert aber auch die Behauptung, dass Lithium in geringen Dosen Demenz vorbeugen kann. Was ist dran?   mehr

Faktencheck Krebsdiäten
Faktencheck Krebsdiäten

Nützlich oder schädlich?

Viele Menschen mit Krebs hoffen, den Tumor durch eine spezielle Ernährung beeinflussen zu können. Doch eine neue Leitlinie macht deutlich: Für Krebsdiäten gibt es keinen belegten Nutzen. Und wenn sie zu einer Mangelernährung führen, können sie sogar gefährlich werden.   mehr

Präeklampsie & Co erhöhen Herzrisiko
Präeklampsie & Co erhöhen Herzrisiko

Schwangerschaft mit Folgen

Schwangerschaftskomplikationen müssen nicht nur akut gut beobachtet werden. Betroffene Frauen haben auch lange nach der Geburt ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt.   mehr

So schluckt das Baby seine Arznei
Baby bekommt Flüssigkeit mit  einer nadellosen Spritze eingegeben. So kann man Arzneimittel exakt dosieren.

Spritze statt Löffel

Der Geschmack ist oft übel, die Dosierung knifflig — Kleinkindern und Babys Medikamente zu verabreichen, ist gar nicht so einfach. Folgende Tipps machen es Kindern und Eltern leichter.   mehr

7 Tipps fürs sichere Grillen
Kleines Mädchen steht mit einem Maiskolben in der Hand im sicheren Abstand vor einem Grill.

Kinder besonders gefährdet

Sobald die ersten Sonnenstrahlen Garten, Terrasse oder Balkon wärmen, geht es für Viele mit dem Grillvergnügen los. Doch der Freizeitspaß kann gefährlich werden- vor allem für Kinder. Wer sich an unsere Tipps für sicheres Grillen hält, beugt Unfällen vor.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Forum-Apotheke
Inhaber Detlef Dittrich
Telefon 02065/67 64 63
E-Mail forumapotheke@t-online.de