Schlafentzug bei Depressionen


Wachtherapie gegen Seelentief
Schlafentzug bei Depressionen

Kontrollierter Schlafentzug gilt als wirksames Mittel bei Depressionen. Denn bei Schlafentzug strukturieren sich bestimmte Hirnareale um – darunter auch solche, die bei Depressionen eine Rolle spielen. Eine Studie der Universitätsklinik Zürich bestätigte den Therapieerfolg der Wachtherapie bei Depressionen.

Übersteigerte Verknüpfungen

Schlafentzug gilt schon lange als biologisches Antidepressivum. Ärzte praktizieren die Wachtherapie seit Jahrzehnten an Patienten mit schweren Depressionen. Bei bis zu 60 Prozent der Patienten verbessern sich die Symptome – allerdings nur für die Dauer von zwei Tagen. Forscher der Universitätsklinik Zürich machten es sich deswegen zur Aufgabe, die Wachtherapie weiter zu untersuchen.

Bisher war bekannt, dass die Depressionen mit Stoffwechselveränderungen in zwei Hirnregionen einhergeht: die für die emotionalen Zustände verantwortliche Hirnregion Anterioren Cingulum ist überaktiv, während der für die kognitive Leistung zuständige Dorsolateralen Präfrontalkortex weniger leistet. Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) zeigte sich zudem bei Menschen mit Depressionen eine zu starke Verknüpfung diverser Hirnnetzwerke, welche über einen Knotenpunkt, den Dorsal Nexus, verliefen.

Kurzzeitige Verbesserung

In einer neuen Studie der Universitätsklinik Zürich maßen die Forscher Verknüpfungsveränderungen des Dorsal Nexus. In Kombination mit der MRT sowie Hirnstromableitungen untersuchten die Wissenschaftler eine Gruppe gesunder Probanden mit und ohne Schlafentzug. „Es zeigte sich, dass Schlafentzug zu einer Verringerung der Verknüpfungen zwischen dem Ruhenetzwerk und dem Anterioren Cingulum führte“, erklärt Studienleiter Erich Seifritz.

Hinzu kam, dass der Schlafentzug zumindest kurzfristig die Aktivitäten der veränderten Hirnregion normalisierte. Schlafentzug könnte deshalb gerade bei jenen Patienten therapeutisch wirken, die eine Überaktivität des Anterioren Cingulum und eine Unteraktivität des Dorsolateralen Präfrontalkortex aufweisen.  „Dieser Befund ist ein weiterer Schritt in der Zuordnung biologisch definierter Therapiemechanismen“, so Seifritz abschließend.

News

Haferkur gegen hohes Cholesterin
Haferkur gegen hohes Cholesterin

Messbarer Effekt

Haferkuren wurden schon in früheren Zeiten bei Diabetes empfohlen. Nun hat eine Studie untersucht, ob eine 2-tägige Haferdiät auch den Cholesterinspiegel senken kann.   mehr

Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes

Vor allem Kinder profitieren

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.   mehr

Was kann der Reishi-Pilz?
Was kann der Reishi-Pilz?

Vom Baum in die Kapsel

Immer wieder geistern neue Ernährungstrends durch das Internet. Momentan ist der Reishi-Pilz in aller Munde. Als Pulver oder Extrakt soll er z. B. den Blutzucker bei Diabetes senken und Krebs bekämpfen. Stimmt das?   mehr

Stillen reduziert Blutkrebs-Risiko
Kind wird an der Mutterbrust gestillt.

Baby an die Brust!

Krebs ist bei Kindern zum Glück selten. Wenn sie aber daran erkranken, entwickeln sie häufig eine Leukämie. Diesem Blutkrebs kann offenbar mit Stillen vorgebeugt werden.   mehr

Was man zu B12-Mangel wissen sollte
Frau mit Konzentrationsproblemen hinter ihrem Computer. Dem kann auch ein Vitaminmangel zugrunde liegen.

Mehr als schlapp und müde

Ein Vitamin-B12-Mangel betrifft nur Menschen, die sich vegan ernähren? Und mit einem Präparat aus dem Supermarkt ist schnell wieder alles in Ordnung? Hier sind Fakten, die Schluss mit Mythen um den Vitamin B12-Mangel machen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Forum-Apotheke
Inhaber Detlef Dittrich
Telefon 02065/67 64 63
E-Mail forumapotheke@t-online.de