So gefährlich sind Videospiele


Finger, Handgelenk und Knie bedroht

Kinder spielen mit einer Wii-Konsole.
mauritius images / Photononstop / Philippe Lissac

Videospiele haben es in sich. Nicht nur, dass Gamer*innen oft viel zu viel Zeit vor dem PC verbringen. Es drohen auch zahlreiche Verletzungen und orthopädische Erkrankungen.

Handgelenkschmerzen vom Alien-Beschießen

Entspannt vor dem PC oder der Konsole sitzen und Videospiele zocken: Das sollte doch für den Körper eher ungefährlich sein. Doch weit gefehlt: Auch Gamer*innen können sich verletzen. Was beim Spielen alles schon passiert ist und welche Folgen durch Überbeanspruchung drohen, hat ein Forscherteam zusammengetragen.

Der erste, 1981 publizierte Fall war das Space-Invaders-Handgelenk. Dabei hatte ein US-amerikanischer Student zu viel Zeit mit dem Beschießen von Aliens mit einer Atari-Konsole verbracht. Die Quittung war ein steifes, schmerzhaftes Handgelenk. Das besserte sich erst wieder, als der junge Mann für mehrere Tage vom Gaming abließ.

Nintendinitis betrifft primär den Daumen

Auch wenn der erste Fall vom Spielen mit einer Atari-Kosole herrührte - heute werden Probleme, die durch das Gaming an der Hand entstehen, Nintendinitis genannt. Der Begriff setzt sich aus dem Namen des bekannten Konsolenherstellers Nintendo und der Tendinitis, dem Fachwort für Sehnenentzündung, zusammen. Bei der klassischen Nintendinitis handelt es sich um die Reizung einer der drei Daumensehnen oder einer Überlastung des Daumengelenks. Das kann auch bei einer übermäßigen Nutzung des Handys passieren. Dann nennt man das Phänomen jedoch Handy-Daumen oder Whats-Appitis.

Über eine neue Unterform der Nintendinitis wurde erst kürzlich berichtet. Ein Zwölfjähriger verbrachte fast seine komplette Freizeit an einer NintendoSwitch-Konsole. Die Überlastung bescherte ihm einen schmerzhaft geschwollenen linken Zeigefinger. Der Name dafür: Akute Switchitis.

Wundgerieben vom Joystick

Allerdings gibt es noch weitere Überlastungs-Syndrome wie den Nintendo-Nacken oder den Nintendo-Ellenbogen. Bei der ulzerativen Nintendinitis wird die Handinnenfläche durch das schnelle Drehen des Joysticks wundgerieben. Nintendo verteilt dagegen Schutzhandschuhe an die Gamer und rät dazu, öfter mal eine Pause einzulegen.

Verletzungsreich wird es, wenn die Wii-Konsole ins Spiel kommt. Denn beim Wii-Spielen bewegen sich die Spieler real, um ihre digitale Figur zu steuern. Wii-Sport führte schon zum Ausrenken der Kniescheibe (Wii-Knee), zur Sehnenentzündung an der Schulter (Wii-itis), zu einem Achillessehnenriss, Karpaltunnelsyndrom und geschwollenen Armen. Ein Junge hat sich beim Spielen sogar mit der Fernbedienung derart ins Auge geschlagen, dass er darauf die Sehkraft verlor.

Schädel-Hirn-Trauma durch Virtual Reality

Die schlimmste Zockerverletzungen drohen jedoch durch die Virtual Reality. Denn mit VR-Brille auf der Nase können die reale Umgebung und ihre Gefahren nicht mehr wahrgenommen werden. 2021 wurde dies einem Mann zum Verhängnis. Während einer VR-Session kam es bei ihm zu einer Rückenmarksverletzung samt Schädel-Hirn-Trauma.

Zum Glück sind derartige Verletzungen selten. Und die häufigeren Überlastungen wie die Nintendinitis lassen sich recht gut mit Schonung und entzündungshemmenden Schmerzmitteln behandeln. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass es diese Gaming-Gefahren gibt. Dann kann man ihnen mit Vorsicht und regelmäßigen Pausen vorbeugen.

Quelle: Ärztezeitung

News

Wenn die Linse zwickt
Junge hält eine Kontaktlinse

Helfen Augentropfen bei Kontaktlinsenproblemen?

Viele Kontaktlinsenträger*innen kennen es: Die Augen sind trocken, gereizt oder man hat ein Fremdkörpergefühl. Manche nutzen dagegen Augentropfen. Doch helfen diese auch wirklich?   mehr

Blutdruck messen - aber richtig!
Blutdruck messen - aber richtig!

Kardinalfehler vermeiden

Den Blutdruck selbst zu messen ist für viele Menschen Routine. Automatische Blutdruckmessgeräte für zuhause sind aber nur vermeintlich leicht zu bedienen – denn einige Regeln müssen auch hier beachtet werden, um verlässliche Werte zu erhalten.   mehr

Konsequentere Zahnvorsorge für Kleinkinder
Konsequentere Zahnvorsorge für Kleinkinder

Nun im U-Heft dokumentiert

Je früher eine Vorsorge beginnt, und je gewissenhafter sie eingehalten wird, desto besser ist ihre Wirkung. Das gilt auch und ganz besonders für die zahnärztliche Vorsorge. Damit die Untersuchungen nicht vergessen werden, werden sie nun im Untersuchungsheft für Kinder integriert.   mehr

Mundgesundheit in der Menopause
Mundgesundheit in der Menopause

Zum Schutz der Zähne

Die Hormonumstellung in den Wechseljahren schlägt nicht nur auf Eierstöcke, Gefäße und die Knochensubstanz. Auch Mund und Zähne leiden und müssen deshalb besonders geschützt werden.   mehr

Krebs durch ungesunden Lebensstil
Krebs durch ungesunden Lebensstil

Übergewicht und falsche Ernährung

Krebs ist in Deutschland die zweit häufigste Todesursache – nur an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben mehr Menschen. Viele dieser Krebserkrankungen ließen sich durch eine gesündere Ernährungsweise verhindern.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Forum-Apotheke
Inhaber Detlef Dittrich
Telefon 02065/67 64 63
E-Mail forumapotheke@t-online.de