Reizungen durch Pfefferspray


Pfefferspray eingeatmet – was tun?
Reizungen durch Pfefferspray

Ein direkter Kontakt mit Pfefferspray kann schwere Schleimhautreizungen in den Atemwegen und Augen verursachen. Wie Betroffene die Reizstoffe neutralisieren und wann sie einen Arzt aufsuchen sollten, erklärt der Bundesverband der Pneumologen (BdP).

Pfefferspray ist freiverkäuflich und wurde eigentlich zur Tierabwehr entwickelt. Rechtlich gesehen ist eine Anwendung gegenüber Menschen nur bei Vorliegen einer Notlage und einem rechtswidrigen Angriff als Notwehr erlaubt. Der Wirkstoff im Pfefferspray heißt Oleoresin Capsicum (OC) und wird aus Capsaicin, einem Extrakt aus Chilipflanzen, gewonnen. Capsaicin reizt sensorische Nerven und verursacht ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut und in den Augen, Bindehautschwellung sowie Tränenfluss. Auch eine vorübergehende Erblindung ist möglich.

Symptome überdauern meist nur wenige Stunden

Die Wirkungen auf die Augen klingen in der Regel nach einer oder mehreren Stunden ab. In den Atemwegen reizt das Spray die Nervenendigungen in der Muskulatur der Bronchien, so dass sich die Muskeln zusammenziehen. Das führt zu Hustenreiz, Hustenanfällen oder Atemnot – je nachdem, wie viel Pfefferspray in die Atemwege gelangt.

Erste Hilfe bei direktem Kontakt mit Pfefferspray

„Um die Reizstoffe zu neutralisieren, ist es wichtig die vom Pfefferspray benetzten Körperstellen gründlich zu reinigen“, rät Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP und praktizierender Pneumologe in einer Gemeinschaftspraxis für Lungen- und Bronchialheilkunde in Augsburg. „Reizungen der Augen oder der Haut, die sehr schmerzhaft sein können, sollten am besten sofort mit fließendem kalten Wasser aus- bzw. abgewaschen werden. Kaltes Wasser verschließt die Poren und verhindert so ein weiteres Eindringen des Reizstoffes. Trotz möglichem Juckreiz sollten Betroffene die mit dem Reizgas in Kontakt gekommenen Stellen keinesfalls durch Reiben weiter reizen. Falls Reizgas in den Rachen eingedrungen sein sollte, ist die Atmung des Betroffenen zu beobachten und gegebenenfalls der Rettungsdienst zu rufen, da es zu einem Zuschwellen der Atemwege kommen kann. Wer Atemnot hat, sollte am besten so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Der wird den Patienten Sauerstoff inhalieren lassen und ihm Bronchien erweiternde Medikamente verabreichen.“

Bei Asthma und Bluthochdruck drohen Komplikationen

Komplikationen treten zwar nur in Einzelfällen auf, können jedoch lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Bluthochdruck. Bei Asthmatikern neigen die Atemwege ohnehin zum Verengen, weil ihre Bronchialmuskulatur leicht verkrampft. Gelangen dann noch größere Mengen Pfefferspray in die Bronchien, droht ein lebensbedrohlicher Asthmaanfall oder ein Stimmritzenkrampf.

Bei Menschen mit Bluthochdruck führt das Einatmen von Pfefferspray in seltenen Fällen zu einer so genannten akuten Hypertension, einer Blutdruckkrise, die mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall einhergeht. Kamen chronisch kranke Menschen in direkten Kontakt mit einer größeren Menge Pfefferspray, sollten sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

News

Statine zur Vorbeugung
Statine zur Vorbeugung

Im Alter keine Vorteile

Statine senken den Cholesterinspiegel und beugen so Herzinfarkten und Schlaganfällen vor. Viele Menschen nehmen sie über Jahre ein. Doch macht die Einnahme auch im höheren Alter immer Sinn?   mehr

Erkältungssäfte sicher anwenden
Erkältungssäfte sicher anwenden

Vergiftungsgefahr für Kleinkinder

Pseudoephedrin ist hilfreich bei Erkältungen, kann aber bei falscher Anwendung Vergiftungen verursachen. Eine Auswertung deutscher Giftinformationszentren zeigt: Besonders häufig betroffen sind Kinder unter sechs Jahren.   mehr

Lange Essenspausen bei Älteren
Lange Essenspausen bei Älteren

Gesund oder schädlich?

Intervallfasten gilt als gesund – doch für ältere Menschen könnte das anders aussehen. Eine schwedische Studie zeigt: Wer besonders lange Essenspausen machte, entwickelte über die Jahre schneller chronische Erkrankungen.   mehr

Tipps für die Tabletten-Einnahme
Tipps für die Tabletten-Einnahme

Kopf vor oder nach hinten?

Manche Menschen haben keine Probleme damit, Tabletten zu schlucken – für andere ist es eine Qual. Ein Experte gibt Tipps, wie es bei der Einnahme von Kapseln, Tabletten & Co. besser flutscht und wodurch die Arznei schneller wirkt.   mehr

Kopfschmerz-Typen besser erkennen
Frau mit Kopfschmerzen hält sich Nacken und Stirn.Von Kopfschmerzen gibt es verschiedene Typen.

Migräne, Spannung oder Hirnblutung?

Mehr als ein Drittel der erwachsenen Deutschen leidet mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen. Doch häufig wissen Patient*innen nicht, welcher Kopfschmerz-Typ sie eigentlich plagt. Erfahren Sie das Wichtigste über 3 häufige Arten und wann Kopfschmerzen ein Alarmsignal sind.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Laborwerte A-Z

Laborwerte

Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTAs (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore Zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, die teilweise aber in ihrer Nutzenbewertung umstritten sind.

Mehr erfahren

Heilpflanzen A-Z

Heilpflanzen

Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze oder Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet werden kann. Sie kann als Rohstoff für Phytopharmaka in unterschiedlichen Formen, aber auch für Teezubereitungen, Badezusätze und Kosmetika verwendet werden.

Mehr erfahren
Forum-Apotheke
Inhaber Detlef Dittrich
Telefon 02065/67 64 63
E-Mail forumapotheke@t-online.de